Bericht: Lernen durch Lehren

Das Vorhaben

In der 7. Klasse bekommen förderungswürdige und lernbereite Schüler und Schülerinnen Gutscheine, die sie gegen Lernen bei anderen oder älteren  Schülern und Schülerinnen  eintauschen. Es gilt das Prinzip „Lernen durch Lehren“[1]. Die Schüler hefen sich gegenseitig. Jeder Schüler/ jede Schülerin kann so in den Genuss von „Lernen durch Lehren“ kommen.

Gutscheinausgabe

Bis zu einem gewissen Zeitpunkt kann jeder den Gutschein an einen anderen weitergeben und bei dem lernen. D.h. der Gutschein muss immer wieder eingetauscht werden. Da die Windsurf- und Segelsaison in unseren Breiten kurz ist (Mai bis Oktober), ist es nicht sinnvoll, Gutscheine zu behalten und zu horten. Schüler und Schülerinnen, die aus der 7. Klasse kommen und unbedingt windsurfen wollen, können vom Verein gesponsert werden. Später wird die Gutscheinvergabe auf die Oberstufe ausgeweitet

 

Das Lerngutscheinsystem

Ein Lerngutscheinsystem wie der SABER [2]  wird zunächst auf die Bröndby - Oberschule begrenzt eingeführt. Später wird dieses System auf andere Berliner Schulen ausgedehnt.

Die Vorteile bei diesem Lernen sind auf der Makroebene:

  • Das Potenzial an „Lehr- und Lernstoff“ wird weit über den Lehrplan hinaus erhöht. Leicht weitet sich das Lehr- und Lernangebot aus. Es verursacht keine zusätzlichen Kosten.

... auf der MiKro-Ebene:

  • Die Kommunikation zwischen den Schülerinnen und Schülern verschiedener Jahrgangsstufen wird verbessert, das soziale Bewusstsein der Kinder gestärkt. Es entstehen neue soziale Bindungen, die auch schützend wirken können[3] .
  • Das Nachdenken über die beste Verwendung der Lerngutscheine führt dazu, dass Schüler und Schülerinnen sich selbst, ihre Stärken und Schwächen besser kennen und einschätzen lernen.
  • Stärkere Persönlichkeiten sind das Ergebnis.
  • Schüler und Schülerinnen entwickeln auf der Suche nach den besten „Lehrern“ unter ihren Mitschülern einen Blick für andere Menschen, deren fachliche und pädagogische Fähigkeiten.
  • Schüler und Schülerinnen üben sich im Rollenwechsel zwischen Lehrenden und Lernenden, denn jeder Schüler und jede Schülerin wird höchstwahrscheinlich auch einmal von jüngeren angefragt. Das steigert Sozialkompetenz und Selbstwertgefühl.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Wie in partner- oder gruppenorientierten Lernmethoden nachgewiesen wurde, vervielfacht sich der Lerneffekt durch Selbstlehren. Lerngutscheine sind nicht profitorientiert. Der Effekt jedoch potenziert sich durch die ständige Weitergabe. Sie sind begrenzt[4] und demokratisch[5].

 


[1] Universität Eichstätt, Jean- Pol Martin

[2] Saber = Wissen, Brasilien, Beschreibung nach  Dr. Margrit Kennedy

[3] Oft werden gute Schüler und Schülerinnen von ihren weniger engagierten Mitschülern angegriffen

[4] Der Schüler fragt danach bzw. die Lehrer nennen die Schüler, die Lerngutscheine brauchen

[5] Jede/r kann den Lerngutschein beantragen, jede/r kann vom Lerngutschein profitieren, denn jede/r kann etwas gut